Mein Anfang vom Ende

Ein Projekt im Zuge der Audio I und Video I Werkstätten des zweiten Semesters.

Den Text im Video habe ich vor ca. 5 Jahren selber geschrieben. Eigentlich sollte es der Einstieg in ein (Dreh-) Buch werden, daraus wurde aber nichts.

Hier noch mal der Text in geschriebener Form:

 

 

Mein Anfang vom Ende

Ganz tief unten. Ruhig. Es ist so still. Friedlich. Als ob alle Probleme dieser Welt hier nicht existieren. So muss der Himmel sein! Oder etwa nicht? Die angenehme Kühle um mich herum schmeichelt meiner Haut und beruhigt meine Sinne. Ich treibe! Ich treibe, ich sinke, ich versinke. Werde verschluckt von der atemberaubend schönen Leere, die mich umgibt. Alles ist plötzlich so leicht. Die enorme Last, die ich stets auf meinen Schultern trug, scheint mir abhanden gekommen zu sein. Ein Lächeln. Sie begräbt mich nicht mehr unter sich. Raubt mir den Atem, die Fähigkeit mich zu bewegen. Nie mehr. Niemals wieder will ich mich so fühlen. Träge und motivationslos. Diese ungeheuerliche Leere in mir drin, die mich von innen verzehrt, mit jedem Tag. Mit jedem Schritt den ich mache. Doch gerade jetzt verzehre ich mich nach eben diesem einen, nach Leere. Dem Nichts. Leere außerhalb von mir. Das ist es, was den Unterschied macht. Das muss es sein! Ich fliege! Ich fliege, ich schwebe, ich träume. Ich schwelge in uralten Erinnerungen. Dem so unfassbar fernen Vergangenen, das mir hier nichts mehr anhaben kann. Ich sehe Gesichter vor mir auftauchen und wieder verschwinden. Neue auftauchen. Wieder weggeschwemmt werden. Ein Lächeln. Ein kleines. Wie einfach es nur wäre einfach hier zu bleiben. Abzuwarten. Bis das unvermeidliche Schwarz mich in sich aufnimmt. Ich sinke! Ich sinke, ich schwebe, ich treibe. Ich verliere, verliere mich selbst im traumhaften blau. Ich sehe helle weißgelbe Lichtstrahlen durch die Oberfläche stechen. Nach mir rufen. Mich bitten. Mich fesseln. Welch wunderschönes Phänomen. Zieht meine Blicke auf sich. Für einen Moment lässt es mich zögern. Meine Handlungen und Wünsche überdenken. Ein Lächeln. Schon wieder. So schön das Licht des Himmels auch ist, ich sinke. Sinke immer tiefer und lächele. Es war das, was ich wollte. Das was ich will. Ganz sicher! Es ist leichter und es ist besser. So viel besser. Es fühlt sich richtig an. Die dunkle Welt um mich herum. Die dunkle nasse Unendlichkeit. Meine Welt. Mein ein und alles. Mein Wunsch. Mein Verlangen. Meine Erfüllung. Meine Bestimmung. Und ich, ich sinke. Endlich. So leicht. So schwer. So dunkel. So hell. So allein. Aber keines Wegs einsam. Ein Lächeln. Ganz tief unten. Umhüllt von erfüllendem Schwarzblau. Das schwarze Nichts, das mich verschlingt. Ein Ende. Mein Ende. Mein Ziel.

Und mein Lächeln erstarb. Das  herzzerreißende Ziehen an meinem Arm. Eine starke Hand, die sich um mein Handgelenk schloss. Die bezaubernden Lichtstrahlen über meinem Kopf, die näher kamen. Näher als gewollt. Das kühlende heilende Nass, dass viel zu schnell von meinem Körper verdrängt und zerschnitten wurde. Ein brennender Schmerz, an der Stelle, an der meine Haut von meinem Gegenüber berührt wurde. Eine Träne. Davongetragen von der Welle seiner Vorgänger. Ein letzter Kampf für mein Ende. Vergebens. Ein Zucken durch meinen Körper und es war vorbei. Sie hatten mich zurück. Und so fiel ich in den tiefen mich erblindenden Abgrund, den sie mir offenbarten. Ich fiel! Ich fiel, ich verlor, ich zerbrach. Eine Träne. Verloren im Licht.